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Warum Du nicht „Nein“ sagen kannst

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum es Dir so schwer fällt, „nein“ zu sagen und warum Du immer so ungeduldig bist? Traust Du Dich manchmal nicht, die Wahrheit zu sagen, aus Angst davor, dass Du damit jemandem vor den Kopf stoßen könntest?

Wir alle werden von unterschiedlichen Dingen angetrieben:

Von unseren Wünschen und Träumen, von unseren Wertvorstellungen, aber auch von äußeren Belohnungen oder Bestrafungen, die wir natürlich umgehen wollen.

Häufig passiert es, wenn wir noch Kinder sind:

In irgendeiner beliebigen Situation wird plötzlich unser Glaube daran erschüttert, dass wir absolut liebenswert sind. Dies kann beim Spielen mit anderen Kindern passieren, in der Schule mit einem Lehrer oder auch mit den Eltern oder Geschwistern. Es ist eine Situation oder Erwartungshaltung von jemand anderem, die uns das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein.

Hast Du in der Schule mal eine falsche Antwort gegeben und die anderen haben darüber gelacht?

Hast Du Dich vielleicht mit Deinen Freundinnen gestritten und wurdest die nächsten Tage beim Spielen ignoriert und ausgeschlossen? Hast Du in das enttäuschte Gesicht Deines Vaters geguckt, als Du mit einer durchgefallenen Prüfung oder mit einer schlechten Note nach Hause gekommen bist?

Vielleicht kannst Du Dich noch an die ein oder andere einprägsame Situation in Deiner Kindheit oder Jugend erinnern, in der Du plötzlich das Gefühl hattest, nicht ok zu sein. Durch solche Erlebnisse hast Du unterbewusst geschlussfolgert, dass Du mit einem anderen Verhalten beim nächsten Mal besser dran bist. Dass Du damit angenehmer durchs Leben kommst und eine „Bestrafung“ oder unangenehme Situation umgehst, wenn Du dich anders verhältst.

Zum Beispiel, dass es keinen Streit gibt, wenn Du Dich der Meinung von anderen Personen anpasst. Oder dass es viel schöner ist, keine Fehler zu machen, weil der Lehrer Dich dann lobt. Dass besonders hartes Lernen und Vorbereiten unerlässlich für eine bestandene Prüfung sein muss. Oder dass es besser für Dich ist, wenn Du Dich beeilst, weil Du dann nicht die einzige Person im Schulbus bist, die stehen muss.

Gedanken wie: „Du musst es allen recht machen!“ „Du darfst keine Fehler machen, sei perfekt!“ „Du musst Dich beeilen!“ „Sei stark und zeig keine Schwäche!“ sind Glaubenssätze, die sich dann schleichend bei uns im Gehirn verfestigen.

Eine wichtige Sache dazu: Dein Gehirn ist nicht darauf ausgerichtet, dass Du glücklich bist, sondern in erster Linie, dass Du in Sicherheit bist. Wenn also ein Streit z.B. in der Schulzeit Dir (und Deinem Unterbewusstsein) gezeigt hat, dass Du danach erstmal auf Dich allein gestellt bist, weil die Freundin sich abgewandt hat, ist die Chance ziemlich hoch, dass Dein Hirn Dir heute folgende Lösung vorschlägt: Harmonie ist wichtig und streiten ist wirklich ungemütlich. Mach es doch der anderen Person lieber recht, dann sind wir hier in Sicherheit.

Dein Gehirn ist nicht darauf ausgerichtet, dass Du glücklich bist, sondern in erster Linie, dass Du in Sicherheit bist.

Unsere Entscheidungen werden zu 80-90% aus dem Unterbewusstsein, also sozusagen unserem Autopiloten getroffen. Mit der Entscheidung, lieber Deine Meinung für Dich zu behalten, bist Du dann zwar nicht glücklich, aber wenigstens bist Du in Sicherheit. Kein Streit!

Diese sogenannten Glaubenssätze übernimmst Du nun fest in Dein persönliches Regelwerk des Lebens. Und besonders in Stresssituationen, wo Du nicht viel Zeit zum Nachdenken hast, handelst Du instinktiv nach Deinen persönlichen Regeln. Ob Dich das glücklich macht oder nicht, das siehst Du in diesem Moment nicht, denn Dein Unterbewusstsein suggeriert Dir, dass Dein Verhalten das einzig mögliche ist.

Findest Du nicht auch, es ist an der Zeit, Deinen Regeln mal auf den Grund zu gehen?

Diese von mir betitelten Regeln nennt man auch die inneren Antreiber. Der amerikanische Transaktionsanalytiker Taibi Kahler hat fünf Antreiber definiert, die sehr häufig bei uns Menschen vertreten sind. Die Chance ist also durchaus hoch, dass auch Du mindestens einen dieser inneren Antreiber „in Dir trägst“:

Sei perfekt!

Mach es allen recht!

Sei stark!

Mach schnell !

Streng Dich an!

Bei jedem von uns sind die inneren Antreiber unterschiedlich stark ausgeprägt. Wie wirken sich die inneren Antreiber nun genau auf mein Verhalten aus? Was kann ich tun, damit ich mein Verhalten wieder selbst bestimme und nicht der Autopilot in mir die Führung übernimmt?

Lass uns jeden Antreiber einmal genauer beleuchten und wenn Du so bist wie ich, wirst Du Dich sicherlich in mehr als einer der Beschreibungen wiederfinden. Meist dominieren zwei Antreiber in uns.

Zusätzlich stelle ich Dir den Gegenspieler der jeweiligen Antreiber vor. Die sogenannten Erlauber. Das sind Gedanken oder Sichtweisen, die Dir dabei behilflich sind, das ganze lockerer zu sehen, entspannter mit Dir selbst umzugehen und Dir ganz viel Druck zu nehmen.

Es ist nämlich nicht das Ziel, dass Du funktionierst. Es ist das Ziel, dass Du erfüllt, glücklich und frei bist.

Sei perfekt!

Diesen Antreiber kennen besonders viele von uns. Durch den hohen Anspruch an uns selbst, sorgt er für besonders viel inneren Druck, Leid und Unzufriedenheit.

„Mein Outfit muss perfekt sein… der Kuchen für die Kindergartenparty muss in jedem Fall selbstgebacken sein… meine Ausarbeitung für den Chef ist noch lange nicht gut genug…und bevor ich mir meinen Traum des selbständigen Nebenerwerbs erfülle, muss ich noch mindestens einen weiteren Kurs belegen und mich besser vorbereiten. Sicher ist sicher. Sonst fange ich lieber gar nicht erst an, es ist ja noch nicht perfekt…“

Häufig sehnen sich Menschen mit diesem Antreiber nach Anerkennung.

All diese Gedanken, lösen richtig viel Druck aus und hindern Dich daran, einfach loszulegen, aktiv an Deinem Glück zu arbeiten, zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Was ist positiv an diesem Antreiber?

Du machst Sachen meistens wirklich besonders gut, denn Du weißt, auf was zu achten ist, damit am Ende wirklich ein tolles Ergebnis dabei herauskommt.

Weißt Du welche Erlauber hier gut unterstützen können?

„Ich darf meine eigenen Erfahrungen sammeln und auch Fehler machen, aus denen ich lernen kann.“

  • „Gut ist gut genug. Und ich bin gut genug.“
  • „Ich bin wertvoll und liebenswert, so wie ich bin.“
  • „Es können auch manchmal 90% genügen.“

Mach es allen recht!

Wenn dieser Antreiber stark bei Dir ausgeprägt ist, machst Du andere um Dich herum zu Gewinnern, aber Dich selbst meist nicht. Du kannst nur schwer „nein“ sagen, weil Du anderen damit vor den Kopf stoßen könntest. Es ist Dir wichtiger, dass andere Dich akzeptieren, als dass Du für deine eigenen Interessen einstehst.

Das kann richtig unzufrieden machen und vielleicht sogar wütend, weil Du etwas tust, was Du gar nicht willst.

Was ist positiv an diesem Antreiber?

Du bist bestimmt sehr beliebt, denn Du hast ein Gespür dafür, was andere glücklich macht.

Hier die Erlauber:

  • „Ich darf es auch mir recht machen.“
  • „Ich darf meine Bedürfnisse und Standpunkte ernst nehmen.“
  • „Wenn ich ja sage, darf ich auch nein sagen!“
  • „Ich bin ok, auch wenn jemand unzufrieden mit mir ist.“

Sei stark!

Kennst Du solche Gedanken: „Niemand darf merken, dass ich schwach, empfindlich oder ratlos bin.“ „Meine Gefühle gehen keinen etwas an. Gefühle sind ein Zeichen von Schwäche und machen verletzbar.“

Du bewahrst immer Deine Haltung, beißt die Zähne zusammen und lässt keinen so schnell an Dich heran. Du vermittelst nach außen Kontrolle, Durchhaltevermögen und Stärke. Vielleicht wirkst Du dadurch unnahbar und kühl. Kann es sein, dass Du meist zu viel auf Dich nimmst, weil Dein Motto lautet: „Zähne zusammenbeißen“ ?

Was ist positiv an diesem Antreiber?

Du bist eine starke Schulter zum Anlehnen und kannst meist größere Herausforderungen angehen als andere.

Deine Erlauber könnten sein:

  • „Ich darf offen sein und mich zeigen.“
  • „Ich darf mir Hilfe holen und sie annehmen.“
  • „Wenn ich Gefühle ehrlich zeige, ist das eine wahre Stärke. Dann bin ich wirklich stark“
  • „Ich darf offen sein für Zuwendung.“

Beeil Dich!

Was glaubst Du, sind Menschen mit diesem Antreiber fast immer? Richtig, sie sind fast immer im Stress. Sie haben es eilig. Sie sind ständig in Bewegung, dauernd beschäftigt und machen mehrere Dinge gleichzeitig. Sie kommen nicht zur Ruhe. Sie haben immer das Gefühl, die Zeit verstreicht zu schnell und muss gut genutzt werden.

Weißt Du was Dir fehlt, wenn dieser Antreiber stark bei Dir ausgeprägt ist? Ruhe und Achtsamkeit in Deinem Alltag. Die schönen Dinge wahrnehmen und genießen, anstatt nur schnell ein Foto mit dem Smartphone zu schießen und weiterzugehen. Einfach mal nichts tun und die Gedanken treiben lassen. Dabei entstehen die schönsten Gedanken und die besten Ideen.

Was ist gut an diesem Antreiber?

Du schaffst meist in weniger Zeit mehr als andere.

Erlauber:

  • „Ich darf mir Zeit nehmen und auch Pausen machen. Manches darf auch länger dauern.“
  • „Ich kann mich entscheiden, ob und wann ich mich beeile!“
  • „Ich darf mir die Zeit geben, die ich brauche!“
  • „In der Ruhe liegt die Kraft!“

Streng Dich an!

Reiß Dich zusammen! Von nichts kommt nichts! Ohne Fleiß, kein Preis! Nur wenn ich richtig hart arbeite und lerne, kann es gut werden.

Könnten diese Gedanken von Dir stammen? Dann ist der „Streng-Dich-an-Antreiber“ bei Dir im Unterbewusstsein verankert.

Mit solchen Gedanken setzt Du Dich selbst unter Leistungsdruck und machst oft viel, viel mehr als nötig wäre. Es kann auch sein, dass Du Deine Leistung mit der von anderen vergleichst und, wenn Du in Deinem Vergleich schlechter abschneidest, Dich noch mehr anstrengst.

Menschen, die nicht auf Ihre persönlichen Ressourcen achten, sich häufig überfordern und unter Druck setzen können davon ernsthaft krank werden. Daher ist es auch bei diesem Antreiber sehr wichtig, ihn zu entlarven und die Erlauber zu kennen und zu verinnerlichen.

Was ist positiv an diesem Antreiber?

Du bist pflichtbewusst, fleißig und erreichst oft mehr als andere.

Und nun zu den Erlaubern:

  • „Auch wenn es leicht geht, ist es wertvoll.“
  • „Ich darf mich immer wieder auch entspannen.“
  • „Ich darf an der Arbeit Spaß haben.“
  • „Auch, wenn mir etwas leicht fällt, kann es gut sein.“

Als ich im Rahmen meiner Coaching Ausbildung das erste Mal von den inneren Antreibern gehört habe, konnte ich mich sofort sehr gut einordnen und wiedererkennen.

Irgendwie kam eine innere Wut in mir auf, dass ich unbewusst  „schlecht“ mit mir umgehe, mich mit meinen Gedanken so unter Druck setze und oft unrealistische Erwartungen an mich selbst stelle.

Vielleicht hast Du Dich beim Lesen ähnlich gefühlt. Bevor Du jetzt also wütend auf Dich selbst wirst, möchte ich Dich noch einmal kurz auf die positiven Seiten der Antreiber hinweisen. Sie können in der richtigen Dosierung auch viel Gutes für Dich erreichen. Zum Beispiel können sie Dich richtig motivieren, Dich dabei unterstützen,ordentliche Ergebnisse zu liefern, diverse Themen unter einen Hut zu bringen, beliebt zu sein oder auch, viel zu stemmen.

Es ist sehr hilfreich, wenn Du Deine inneren Antreiber kennst. In besonders stressigen Situationen kannst Du dann einmal in Dich hinein blicken und schauen, welcher Antreiber da gerade am Walten ist und, ob Du das überhaupt möchtest, ob es Dir gut tut. Wenn er Dich zu Höchstleistungen antreibt und Du Freude dabei hast, ist alles wunderbar. In den meisten Fällen wirst Du merken, dass es Dir gar nicht gut damit geht. Dann ist es Zeit, Dir die Erlauber noch einmal genauer anzusehen. Wenn sich dabei ein innerer Widerstand bei Dir zeigt, dann überleg doch, was Du Deiner besten Freundin oder Deinem besten Freund raten würdest. Diese Tipps sind meist antreiberfrei. Oder würdest Du deiner Freundin raten, sich ein weiteres Zertifikat einzuholen, bevor sie ihren ersten Kreativworkshop gibt?

Falls Du genauer wissen möchtest, welche Antreiber sich bei Dir verankert haben, fordere Dir gleich Deinen kostenlosen Test an. Trag einfach Deine E-Mail Adresse ein und er landet gleich in Deinem Postfach.

Hast Du Interesse daran, Deine Ziele genau kennen zu lernen, Dir Deine Wünsche zu erfüllen oder Dich von inneren Blockaden zu befreien? Dann freue ich mich auf ein Coaching mit Dir.

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